05.10.2011, 15°C

Gerüttelt nicht gerührt

Gute drei Stunden durfte ich heute die Abgase der 90kg Rüttelplatte einatmen. Natürlich hatte ich alle Türen und Fenster geöffnet, aber das interessiert die Gase nicht unbedingt wenn keine Luftbewegung herrscht, daher schnappte ich gelegentlich mal Frischluft und ignorierte einfach den Geschmack auf der Zunge (auch am Tag danach).

Das Ergebnis ist trotzdem ganz brauchbar und hat mich erneut dazu gebracht meine Meinung über den Bodenaufbau zu ändern. Das war aber nicht der einzige Grund, denn beim gestrigen PA-Übungsabend der Feuerwehr sprach ich mit einem Kameraden über die Idee mit der Schüttung. Sein (wie ich finde berechtigter) Einwand war, dass die Schüttung, wegen der Trittvibrationen, durch den groben Schaumglasschotter mit der Zeit wegrieseln würden. Den Denkansatz fand ich interessant und es war sofort ersichtlich, dass dieses Problem mit Lagerhölzern niemals passieren würde. Der aktuelle Stand ist also, dass es weiter geht wie geplant :-) .

Hobbyzimmer und Büro sind gerüttelt

Küche und Wohnzimmer sind gerüttelt

Rüttelplatte im Wohnzimmer

Auf dem unteren Bild ist sehr deutlich der Höhenunterschied zwischen Schaumglasschotter-Boden und den Bodenschwellern des Fachwerks zu erkennen. Ich werde nicht so viel Füllung zwischen den Lagerhölzern benötigen wie ursprünglich angenommen aber ein paar Beutel vom Schauglasschotter werde ich noch verarbeiten können.

Das neue Niveau ist deutlich unterhalb der Bodenschweller

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.