01.03.2011

Neue Balken im Innenfachwerk

Der bananenförmige, gebrochene Balken ist nun endlich aus dem Flur verschwunden (ihr erinnert, dass wir deswegen die Decke hochgeschraubt hatten) und hat den Weg für einen neuen, kräftigen freigegeben. Wie man links im Bild erkennen kann, wurde eine der ersten Mauern, die ich jemals mit Lehmsteinen erstellt habe, leider nicht verschont - immerhin ist der Schaden gering ;-) .

Der gebrochene Deckenbalken wurde aus dem Flur entfernt

Der Unterzug im hintern Bereich wurde bereits im Fachwerk ersetzt

Im oberen Bild sieht man den hinteren Bereich des Flurs und links einen Teil von Moriens Zimmer (ebenso im unteren Bild). In beiden Räumen werden die Deckenbalken nun wieder von kräftigen Unterzügen, welche ihre Last mittels Pfosten (Ständerbalken) an das darunterliegende Fachwerk abtragen, gestützt. Es ist schön zu sehen, wie das alte, Lastgeplagte Holz ausgetauscht wird.

Die Deckenbalken liegen wieder auf dem Unterzug auf

Einmal um die Ecke geschaut, ist die Anschlussstelle vom alten Unterzug zu dem im Flur zu sehen. Noch gibt es keine Verbindung und sichtbar wird sie sowieso niemals sein. Dieser Unterzug ist ebenfalls gebrochen - wir haben uns auf das etwas unklassische Anbolzen eines Holzbalkens (zur Unterstützung) an den gebrochenen verständigt. Alles andere hätte einen großen Aufwand bedeutet, da die Wand im OG nicht senkrecht auf der Wand im EG steht und weitere Arbeiten im EG mit sich gebracht hätte. Eine etwas stärkere Wand zwischen den Kinderzimmern kann sicherlich nicht schaden *g*.

Der linke Ständer ist neu

Fachwerk im Badezimmer

Die größe des zukünftigen Bades löst immer wieder erstaunen aus - dabei sind es nur zarte 25m2. Somit erstreckt sich das Bad aber über ehemals zwei Zimmer und bedarf demzufolge einer strukturbedingten Unterstützung. Der Grund dafür ist die Bauweise des Fachwerks. Die Bäume wurden, entastet und sonstwie vorbereitet, in ganzen Längen in das Fachwerk eingebracht. Der Stamm wurde dabei immer an der Hausfront verbaut, was bedeutet, dass die zulaufende Baumspitze immer hinten liegt und somit das Holz dort dünner ist.

Der rechte Ständer wurde erneuert der linke Ständer noch aus dem Fachwerk entfernt

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.