17.07.2010, 25°C

Islands in the clay

Auch heute war die Zeit knapp - trotzdem haben wir es nicht geschafft vor 11h00 auf der Baustelle zu sein und dann war Attacke angesagt :-) . Putzmaschine vorbereiten, Lehmputz in Schubkarren heranschaffen und los!

Jammerschade, dass wir nicht länger machen konnten. Ich hatte um 17h30 wieder Feuerwehrdienst (diesmal haben wir einer befreundeten Wehr beim Ausschank mitgeholfen) und Nicole wollte mit den Kindern eine Woche zu ihren Eltern nach Hamburg, solange noch Schulferien sind.

An der vorderen Innenseite des Hauses bilden sich Lehminseln

Oben sieht man die ersten Inseln an der Hausvorderseite. Unten, hingegen, fehlt noch einiges an Lehm, damit die Wand in Waage ist. Mindestens dreimal werden wir dort noch auftragen müssen.

Diese Ecke braucht noch ordentlich Lehm

Wie man unten sehen kann, steht die Putzmaschine jetzt gut geschützt in der angrenzenden Scheune. Wir hätten sie schon viel früher dorthin stellen sollen - es hat die Startzeit erheblich verkürzt, weil wir quasi alles liegen lassen können.

Die Putzmaschine steht in der Scheune direkt nebenan

Ein erhebender Anblick wenn die Inseln so gross sind

Es waren diese Gefache, diese Inseln, die unseren Tag wahnsinnig versüßt haben. Zum ersten Mal erreichen wir einen Punkt an dem eine Wand beginnt "fertig" auszusehen. Die mit Abstand schiefste Wand im Haus ist in Waage und somit zeitgleich bereit für die Innenwanddämmung - ganz großes Kino!

Und bevor die Frage aufkommt, warum wir die kleinen Flächen nicht noch schnell zugemacht haben: es ging nicht. Das war wirklich das Maximum. Noch 3mm mehr und der Lehm wäre abgesackt und hätte Bäuche gebildet (was auch keiner will).

Das sieht doch schon fast fertig aus

An der Hausrückseite haben wir noch immer keine Putzlatten angebracht

An der Rückwand, hingegen, haben wir es noch immer nicht geschafft die Richtleisten anzubringen. Wir haben trotzdem erstmal Lehm draufgespritzt weil die Fächer noch eindeutig zu tief lagen. Passt also alles :-) .

Die andere Hauswand braucht aber noch ordentlich Lehm. Die ist fast so schräge wie die Wand die wir gerade fertiggestellt haben und da sind mittlerweile 6 Lagen Lehmputz drauf (es galt 17cm auszugleichen).

Die linke Hauswand braucht noch ordentlich Lehm

Ärgerlich war mal wieder, dass an einigen Balken der Lehmputz einfach nicht haftet. Ich hatte bei Amazon eine Schilfrohrmatte bestellt und wollte die am Fachwerk befestigen, doch irgendwie kommt der Anbieter nicht aus den Puschen. Ich hoffe der erwartet keine gute Bewertung …

Dieser senkrechte Ständerbalken (die Ständer sind immer senkrecht :-) ) hatte sich entlang seiner kompletten Höhe wieder entblättert - und das obwohl schon fester Lehm drauf war. Keine Chance, die Oberfläche war einfach zu glatt, da die Balken alle hinten gestutzt wurden.

Am glatten Holzbalken hat der Lehmputz nicht gehalten

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.