21.06.2010, 16°C, durchwachsen

Schornsteinfundamente aus Beton

Das Vorhaben für den heutigen Tag war klar: Beton gießen. Unser Ziel war es beiden Schornsteinen ihr Betonfundament zu verpassen, damit diese möglichst schnell abbinden können. Also gingen Nicole und ich heute um 09h00 auf die Baustelle und gossen, bis ca. 12h30, beide Schornsteinschalungen mit Beton aus.

Der rechte Schornstein im Betonfundament

Auf dem oberen Bild ist ein dicker (ehemaliger) Dachbalken zu erkennen, den wir zwischen die Schalung und den Lehmboden klemmen mussten, sobald der Betonrüttler zum ersten Mal in das Fundament eingetaucht wurde. Da platzte nämlich gleich die Verschalung und erinnerte mich daran, welcher Druck hinter dem Beton, gepaart mit dem rhytmischen Rütteln, steht.

Der rechte Schornstein hat sein Betonfundament bekommen

Der linke Schornstein mit Betonfundament

Nachdem die Verschalung dann nochmal verstärkt wurde, verlief das ganze ohne weitere Zwischenfälle. Die beiden Betonsockel befinden sich jetzt unterhalb des neuen Fußbodenniveaus und somit außer Sichtweite.

Der linke Schornstein im Beton

Nachmittags besuchten wir dann noch unseren Lehmhändler und bestellten Lehmunterputz, Lehmoberputz, Lehmsteine und Lehmmörtel für ca. € 9000,00. Aua.

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.