10.06.2010, 25°C, drückende Schwüle

Die Gutachterin

Als wir um 16h50 auf der Baustelle ankam, war die Gutachterin bereits da. Wie sie uns im Laufe des Gesprächs wissen ließ, hatte sie zuvor eine Runde um das Haus gedreht und Fotos gemacht - nun wollte sie noch von uns die ganze Geschichte erfahren.

Also erzählten wir, wie es dazu kam, dass wir ein renovierungsbedürftiges Haus ersteigerten und tatsächlich eine verkleidete Ruine erstanden. Sie wollte von dem Fundament und dem Fachwerk wissen - also den arbeiten, die bereits geleistet wurden. Dann kamen wir zu dem, was wir noch machen wollen und die dafür veranschlagte Geldsumme. Grob überschlugen wir die einzelnen Posten und erzählten was wir uns zu jedem gedacht haben, wie es ausgeführt werden soll und ob die Summe denn so stimmen konnte.

Wir haben uns ganz gut verstanden und sie machte auch den Eindruck einer Person, die es zu schätzen weiß, dass jemand ein so altes Fachwerkhaus wieder herrichtet. Dennoch ließ sie uns wissen, dass sie die Geldsumme als zu gering erachtet - auch wenn 90% in Eigenleistung gemacht werden soll und die Kostenaufstellung somit nur die reinen Materialkosten darstellt.

Auf die Frage hin, was denn nun eigentlich ihre Aufgabe sei, antwortete sie, dass sie den theoretischen Wert ermitteln soll den das Haus haben wird, wenn wir mit unseren Umbauten fertig sind. Auch müsse sie der Bank glaubhaft machen, dass die von uns angeforderte Geldsumme realistisch zu dem Projekt passen würde. Es sollte also "genug" Geld sein aber gleichzeitig nicht zu viel. Genug schien ihr noch Bauchschmerzen zu bereiten.

Wie werden später berichten, was sich daraus ergeben hat …

Der seitliche Fundamentgraben hat die richtige Tiefe und breite

Die Zeit danach haben wir zum Ausheben des kleinen Fundamentrests, neben dem rechten Schornstein, verwendet. Nach wenigen Schubkarren war der Lehmklumpen abgetragen. Dann noch schnelle die Nivellierung aufgespannt, Breite und Tiefe geprüft und für gut befunden. Am Wochenende können wir die Sauberkeitsschicht gießen.

Fundament XP

In der Ferne liegt die Fundamentkreuzung

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.