08.06.2010, 23°C, bewölkt

Dreiecksleisten und Fundamentgraben

Heute war wieder voller Einsatz auf der Baustelle angesagt. Kurz vor Feierabend bekam ich einen Anruf, von einer Gutachterin, im Auftrag unserer Bank, um einen Termin zur Besichtigung zu vereinbaren. Wir haben uns schnell auf kommenden Donnerstag geeinigt. Wir sind ziemlich gespannt was da genau passiert und zeitgleich auch etwas beunruhigt. Es bleibt natürlich die Hoffnung, dass die Gutachterin den Wert der geleisteten Arbeit erkennt und entsprechend bewertet. Wir werden sehen …

Die Gefache der Hausfront sind mit Dreiecksleisten versehen worden

Heute hat Nicole die Befestigung der Dreiecksleisten, in den Gefachen an der Hausfront, vervollständigt. Somit können wir nun theoretisch mit dem Mauern fortfahren. Zuerst müssen wir jedoch die Fundamente fertigstellen.

Auch an der linken Hausfront sind alle Leisten eingesetzt das Mauern kann beginnen

Das Spannverfahren der Maurerschnur wurde erheblich verbessert

Da der Fundamentgraben beinahe fertig war, habe ich heute gleich eine Maurerschnur gespannt und gleich darauf mit den Korrekturarbeiten begonnen. Wie auf dem unteren Bild zu sehen, habe ich geschummelt und die Erde vorerst im Haus gelassen. Das spart uns die Arbeit, den Lehm nach hinten in den Garten zu karren - etwas das jederzeit gemacht werden kann (auch wenn die Sauberkeitsschicht bereits gegossen wurde).

Der rechte Fundamentgraben hat nun die richtigen Abmessungen

Beim letzten Mal habe ich unsinnigerweise versucht, die Schnur gerade zwischen zwei Schrauben zu spannen - was naturgemäß ziemlich in die Hose gegangen ist. Weder wollte die Schnur auf der Schraube bleiben, noch konnte ich die richtige Höhe anständig bestimmen. Dieses Mal habe ich die Unterkante des Bretts gleich auf die richtige Höhe gebracht und die Schnur einfach darunter gespannt. Die gesamte Konstruktion mach einen viel besseren Eindruck - ich bin auf das Ergebnis am kommenden Wochenende gespannt.

Ein Blick entlang dem Fundamentgraben

Das linke Streifenfundament bindet derweilen weiter ab

Was bislang nicht genug Erwähnung bekam sind unsere Untermieter, die fleissig weiter ihre Neste bauen. Mittlerweile haben wir drei fertige und drei halbfertige Schwalbenneste unterm Dach Hängen. Die Bauweise ist unserer ähnlich: Stroh und Lehm :-)

Die beiden Schmierflecken in der Mitte des OGs sind zwei Schwalben

Schwalbennest I und II

Schwalbennest III und IV und V

Schwalbennest IV und V und VI

Wir verwenden zur Sanierung unseres Hauses eine Reihe von "altmodischen" Baumaterialien. Dazu gehören bislang Holz für das Fachwerk; Lehm, Leichtlehmmörtel, Lehmputz, Lehmsteine, Leichtlehmsteine zum Ausmauern und Verputzen der Gefache. Kalkmörtel, angemischt mit Maurersand, zum Erstellen des Steinsockels und zur Verfugung zwischen der Bodenschwelle (Eichenschwelle) und dem Sockel. Der Sockel befindet sich bei uns zwischen dem Bodenschweller und dem Fundament.

Das Fundament jedoch, besteht bei uns aus "modernen" Materialien. Es wurde auf eine Tiefe von 90cm ausgeschachtet, eine Beton-Sauberkeitsschicht von 10 bis 15cm eingebracht und darauf insgesamt drei Lagen Beton-Schalungssteine gelegt (75cm). Diese wurden anschließend mit Betonstahl versehen und mit Beton (C25/30) verfüllt und dieser mit einem Flaschenrüttler verdichtet.

Zwischen dem Fundament und dem Steinsockel, welcher aus hartgebrannten Klinkern besteht, haben wir eine Bleibahn eingezogen als Horizontalsperre. Sie soll dafür sorgen, dass im Fundament aufsteigendes Wasser nicht von unten ins Fachwerk zieht. Das gesamte Fachwerk wird mit traditionellen Holzverbindungen gehalten.

Es macht uns Spaß das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1780 zu sanieren und mit alten Baumaterialien wie Lehm, Lehmsteine, Kalk, Kalkmörtel und Holz wieder herzurichten.